Standhaft!
Glas-Medienfassade hält großer Schneelast stand

Für den Kubus einer Schweizer Seilbahn mit Wellblechdach und Glasfassade entwickelte Glas Marte ein besonderes Befestigungssystem – eine statische Meisterleistung.

Technik sichtbar machen
Die Gondelbahn Saanenmöser-Saanerslochgrat vom Seilbahnhersteller Doppelmayr/Garaventa ist die erste D-Line-Kabinenbahn der Schweiz – sehr leise im Betrieb, hochwertig im Design und zeitsparend in der Wartung. Um diese besondere Seilbahntechnik mit einer herausragenden Architektur zu unterstreichen, wurde die gesamte Technik in einem Kubus mit Wellblechdach und Glasfassade untergebracht und so den Besuchern sichtbar gemacht. Damit waren große statische Herausforderungen verbunden: Normalerweise werden Seilbahndächer aus gebogenem Acrylglas gefertigt, was den Vorteil hat, dass der Schnee seitlich abrutschen kann. Die auf dem Dach verbleibende Schneelast ist damit eher gering. Aufgrund der kubischen Form des Glasbaus, den die Stuttgarter Planer vorsahen, bleibt der Schnee aber auf dem kompletten Dach liegen und bringt so eine wesentlich höhere Gesamtlast mit sich. Das hat zur Folge, dass sich das Dach bis zu 7 cm durchbiegen kann.

Meisterleistung in der Statik
Ein solch hohes Maß der Durchbiegung machte ganz neue Wege der konstruktiven Glaslagerung erforderlich: Damit die enormen Lasten sicher aufgenommen werden können, sind die Scheiben an der oberen und unteren Glaskante werkseitig in ein Profil verklebt – mit zwei entscheidenden Vorteilen: Einerseits können die vorgefertigten Bauelemente einfach, schnell und witterungsunabhängig montiert werden. Andererseits sind sie wie ein an der Wand hängendes Bild einzeln am Dach eingehängt. Dadurch kann jedes Fassadenelement unabhängig von seinem Nachbarn auf- und abgleiten. Die Glasplatten der Fassade haben ein Standardmaß von 3,13 x 2 m und ein Maximalmaß von 3,13 x 2, 26 m sowie ein dementsprechend hohes Gewicht. Infolgedessen funktionierte diese weltweit einzigartige Glaslagerung an der Schnittstelle zwischen Glas und Metall nur durch hochqualitative Glasverklebung. Um für diese anspruchsvolle Bauaufgabe das richtige Glas zur Verfügung zu haben, wandten sich die Verantwortlichen an Glas Marte. Unser Unternehmen gehört zu den führenden europäischen Glasspezialisten und bietet ein umfangreiches Sortiment unterschiedlicher Glaslösungen in Kombination mit einer fundierten Beratung. Für die drei Seilbahnstationen lieferten wir insgesamt circa 800 m² Verbund-Sicherheitsglas aus zwei Einscheiben-Sicherheitsgläsern. Statt der sonst üblichen PVB-Zwischenfolie setzte Glas Marte eine Sentryglas-plus-Spezialfolie ein und sorgte so dafür, dass das Glas den widrigen Wetterbedingungen auch auf den höchsten Bergen standhält. Denn die Spezialfolie besteht aus einem thermoplastischen Kunststoff (Ionoplast), der bis zu fünfmal fester und hundertmal steifer ist als die herkömmlichen VSG-Zwischenschichten. So konnte Glas Marte auf Grundlage der konstruktiven Lösung und der verbesserten Materialien die erste serienmäßige Ganzglasfassade liefern, die sehr großen Vertikalverformungen standhält.

LED-Medientechnik
Das bei den Seilbahnstationen verwendete Glas hat eine spezielle Farbe, die den wohlklingenden Namen Guardian SunGuard HD Royal Blue 20 trägt und in Europa sehr selten verwendet wird. Doch sie passt hervorragend zum Design der Gondeln und verleiht den Glaskuben, die die Seilbahntechnik ummanteln, ein elegantes Erscheinungsbild. Bei Bedarf können sie mit einer LED-Medientechnik nachgerüstet werden. Der Bergbahnbetreiber kann so beispielsweise auf der Fassade großflächig Werbeschaltungen präsentieren oder andere Informationen vermitteln.

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