ÄSTHETISCHER INGENEURBAU
GLASFASSADE FÜR HOHE ANFORDERUNGEN

 

Im November 2017 wurde am Marktplatz von Innsbruck ein Pumpwerk eingeweiht. Es hat die Aufgabe, die Bevölkerung vor Hochwasser zu schützen, und zeichnet sich dabei durch sein ansprechendes Äußeres aus. Dieses ist geprägt von einer Glasfassade, die je nach Lichteinfall schwarz, grau oder blau erscheint und von der Firma Glas Marte geliefert wurde.

Die beschauliche Stadt Innsbruck bietet nicht nur ein wunderschönes Naturpanorama, sondern auch Architektur der Weltklasse. Hierzu gehören unter anderem die Sprungschanze von Zaha Hadid, die Rathausgalerien von Dominique Perrault und das Kaufhaus Tyrol von David Chipperfield. Dass die Stadt aber auch bei kleineren Projekten großen Wert auf eine ansprechende Ästhetik legt, beweist sie mit dem kürzlich errichteten Hochwasserpumpwerk am Marktplatz. Es wurde von den Architekten Karl Heinz in Zusammenarbeit mit Gerhard Walter aus Innsbruck entworfen und besticht durch seine puristische Eleganz. Notwendig wurde das Objekt, weil Messungen ergaben, dass die Regenschauer in der Stadt immer heftiger werden. Da ein Großteil der Innenstadtfläche versiegelt ist, kann das Wasser nicht ins Erdreich sickern, sondern wird in die Kanalisation geleitet. Ist diese überlastet, drückt das Wasser die Kanaldecken nach oben und überflutet Straßen und Keller.

Ästhetisch ansprechender Ingenieurbau

Um dem entgegenzuwirken, entschied die IKB (Innsbrucker Kommunalbetriebe Aktiengesellschaft), an der nordwestlichen Seite des Marktplatzes ein Hochwasserpumpwerk zu errichten. Es hat die Aufgabe, bei Bedarf das Regenwasser in den Fluss Inn zu pumpen. Der Ingenieurbau besteht aus einem ober- und einem unterirdischen Teil. Unter der Erde befinden sich die Leitungen, die das Wasser in den Inn leiten, oberirdisch ist die hierzu erforderliche elektrische Anlage untergebracht. Diese sieht man von außen allerdings nicht. Hier nimmt der Betrachter einen schlichten Baukörper wahr, in dem seitlich eine Treppe integriert ist, die auf eine ca. 40 m² große Plattform führt. Von dieser aus hat man einen guten Blick über den gesamten Platz.

Glasfassade und Glasbrüstung in einem

Die Fassade des Gebäudes sollte nach den Wünschen von Karl Heinz möglichst glatt und fugenarm sein. Aus diesem Grund plante er Glaselemente mit den maximalen Abmessungen von 4670x1425mm ein. Eine stattliche Größe angesichts der Tatsache, dass die Scheiben an manchen Stellen zusätzlich gebogen waren. Darüber hinaus geht das Glas der Fassade direkt in die Brüstung über, die ebenfalls fast ausschließlich aus Glas besteht. Infolgedessen sind die Anforderungen die an die  Glaselemente gestellt werden, ausgesprochen hoch. „Eine Aufgabe, für die“, nach Aussage des Architekten, „nur Glas Marte infrage kam, da es schwierig war, einen Hersteller mit vergleichbar hochwertigen Produkten und Know-how zu finden, die hierfür erforderlich waren“. Und so kam es, dass der Hersteller aus Bregenz das Verbundsicherheitsglas GM VSG LAMIMART® in Kombination mit GM Railing® Plan 2 lieferte.

Ungewöhnliches Farbenspiel

Es entsteht durch den Verbund von Glas und Folie unter hoher Hitze- und Druckeinwirkung. Dabei werden mehrere Scheiben gleicher oder unterschiedlicher Glasarten und -dicken miteinander verbunden, sodass im Verbund die Vorteile verschiedener Gläser kombiniert werden. So lassen sich zum Beispiel Scheiben mit hohem Schall-, Wärme- oder Sonnenschutz herstellen. Zudem können die verwendeten Folien Einfluss auf das Aussehen des Glases nehmen. Je nachdem welche Farbe sie haben, erscheint die Glasplatte in einer anderen Couleur. Diesem Effekt verdankt auch das Glas des Innsbrucker Pumpwerks seine ungewöhnliche Optik: Je nach Lichteinfall erscheint es schwarz, grau oder blau.

Verbundsicherheitsglas mit teilvorgespanntem Glas

Da das Pumpwerk auf einem öffentlichen Platz steht, kann es durchaus vorkommen, dass seine Fassade versehentlich oder mutwillig beschädigt wird. Daher ist es besonders wichtig, dass das Glas widerstandsfähig gegen äußere Einflüsse ist. Es muss auch bei einer seitlichen punktförmigen Krafteinwirkung seine Funktion als Gebäudeabschluss erfüllen und darf keine scharfen Bruchkanten aufweisen. Aus diesem Grund setzt sich das Verbundsicherheitsglas des Pumpwerks aus teilvorgespannten Glasscheiben zusammen. Dadurch haben die Fassadenelemente eine hohe Biegefestigkeit, was eine verbesserte Randfestigkeit und Resttragfähigkeit mit sich bringt. Zudem machen der Glasscheibe selbst hohe Temperaturdifferenzen nichts aus. Bei einem Glasbruch entstehen kleinste, meist stumpfkantige Glaskrümel, die die Gefahr einer ernsthaften Verletzung erheblich reduzieren.

Neueste Technik für maximale Sicherheit

Im November 2017 wurde das Hochwasserpumpwerk feierlich eröffnet. Die Kosten für seinen Bau belaufen sich auf circa drei Millionen Euro. Gut investiertes Geld, wenn man bedenkt, dass das Pumpwerk mit modernster Technik ausgestattet ist. Damit schützt es die umliegende Bevölkerung langfristig vor Schäden, deren Beseitigung unter Umständen ein Vielfaches kosten kann.

GM VSG LAMIMART®

GM RAILING® Plan 2 …

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